Wer ein Firmennetz mit zentral verwalteten Access Points und Switches aufbauen will, landet schnell bei drei Namen: UniFi von Ubiquiti, Omada von TP-Link und Instant On von HPE (früher Aruba Instant On). Alle drei versprechen, viele Geräte über eine Oberfläche zu steuern. Der eigentliche Unterschied liegt aber weniger in den Access Points als in der Frage, wo die Verwaltung läuft, was sie kostet und wie viel Kontrolle du darüber behältst. Dieser Vergleich konzentriert sich genau darauf – auf Basis der offiziellen Herstellerangaben.
Warum die Verwaltung wichtiger ist als die Hardware
Access Points und Switches tauschst du alle paar Jahre. Die Verwaltungsplattform dagegen bestimmt, wie du dein Netz im Alltag betreibst: wie Geräte aufgenommen werden, wie du aus der Ferne zugreifst, wer für Updates und Backups zuständig ist und ob laufende Kosten anfallen. Außerdem bindet sie dich an ein Ökosystem – die Controller der drei Hersteller verwalten jeweils die Geräte ihrer eigenen Produktfamilie. Ein späterer Wechsel bedeutet deshalb fast immer: neue Hardware und eine neue Konfiguration.
UniFi: lokale Steuerung, lizenzfreie Fernverwaltung
Ubiquiti beschreibt UniFi als Hybrid-Cloud-Architektur: Die Steuerungsebene (Control Plane) läuft lokal oder an einem Ort deiner Wahl, die zentrale Fernverwaltung über den UniFi Site Manager ist lizenzfrei. Laut Ubiquiti bleiben Daten, Konfiguration und Kontrolle auf der gewählten Control Plane – nicht in der Cloud. Der Site Manager vermittelt nur die Verbindung zwischen dir und deinen Standorten.
Für die Control Plane selbst nennt Ubiquiti mehrere Optionen:
- Cloud Gateway – Firewall bzw. SD-WAN-Gerät, auf dem UniFi Network vorinstalliert ist; laut Ubiquiti der bevorzugte Weg.
- CloudKey – eigene Hardware-Konsole, geeignet, wenn du kein UniFi-Gateway einsetzen willst.
- UniFi OS Server – Selbsthosting auf eigener Hardware oder in einer VM.
- Official UniFi Hosting – die Control Plane läuft in der Cloud-Infrastruktur von Ubiquiti, als Abo mit Plänen für 100 bis 1.000 Geräte.
Unabhängig davon, wo UniFi läuft, ist die Bedienung im Site Manager laut Ubiquiti identisch. Dazu kommt: Fällt ein selbst gehosteter UniFi OS Server aus, laufen die Geräte mit ihrer letzten Konfiguration weiter – verwalten kannst du sie in dieser Zeit aber nicht. Ubiquiti betont deshalb, dass der Server dauerhaft laufen muss. Neben dem Netzwerk deckt UniFi weitere Bereiche ab, etwa Kameras (Protect), Zutrittskontrolle (Access) und Telefonie (Talk).
Omada: Hardware-, Software- oder Cloud-Controller
TP-Link bietet für Omada ebenfalls mehrere Controller-Varianten an – und unterscheidet sie deutlicher über das Preismodell:
- Hardware-Controller wie der OC200 (laut TP-Link für bis zu 100 Access Points, 20 Switches und 10 Gateways) oder der OC300 (bis zu 500 Access Points, 100 Switches und 100 Gateways). Sie laufen lokal, ohne PC oder Server.
- Omada Software Controller – kostenlos, für Linux und Windows, lokal betrieben, mit optionalem Cloud-Zugang ohne Lizenzgebühren. TP-Link gibt die Skalierung als unbegrenzt an, empfiehlt aber höchstens 10.000 Geräte.
- Omada Central – die Cloud-Plattform und Weiterentwicklung des Omada Cloud-Based Controllers, ohne Controller vor Ort. Die Variante Essentials ist laut TP-Link kostenlos und vereinfacht, die Standard-Version schaltet erweiterte Funktionen über kostenpflichtige Lizenzen frei.
Omada Central verwaltet neben Netzwerkgeräten auch Kameras und NVRs aus TP-Links VIGI-Reihe. Wichtig für die Planung: Bei der Cloud-Variante läuft die Verwaltung bei TP-Link; lokale Kontrolle hast du mit Hardware- oder Software-Controller.
HPE Networking Instant On: Cloud und App
Instant On – seit Mai 2024 unter dem Namen HPE Networking Instant On – geht einen anderen Weg. Verwaltet werden Access Points und Switches laut HPE über die Smartphone-App oder im Browser über das Cloud-Portal. Die Verwaltung ist im Hardwarepreis enthalten; HPE betont, dass keine zusätzlichen Lizenz- oder Abogebühren anfallen. Auch mehrere Standorte lassen sich über App und Weboberfläche verwalten.
Der Fokus liegt klar auf Einfachheit für kleine Unternehmen. Einen Controller, den du selbst betreibst oder bei einem Dienstleister deiner Wahl hosten lässt, nennt HPE dabei nicht – die Verwaltung läuft über die Cloud von HPE.
Die drei Konzepte im Vergleich
| Kriterium | UniFi | Omada | Instant On |
|---|---|---|---|
| Hersteller | Ubiquiti | TP-Link | HPE (früher Aruba) |
| Lokale Verwaltung | Cloud Gateway, CloudKey, UniFi OS Server | Hardware-Controller (OC200/OC300), Software-Controller | Kein Controller vor Ort; Verwaltung über App/Cloud-Portal |
| Hersteller-Cloud | Official UniFi Hosting (Abo) | Omada Central (Essentials kostenlos, Standard mit Lizenz) | Ja, ohne Lizenz- oder Abogebühren |
| Fernverwaltung | Site Manager, lizenzfrei | Cloud-Zugang per App/Web, laut TP-Link ohne Lizenzgebühren | App und Web |
| Selbsthosting | Ja (UniFi OS Server) | Ja (Software Controller) | Vom Hersteller nicht als Option genannt |
Welche Lösung passt zu welchem Unternehmen?
Instant On passt zu kleinen Betrieben, die ein paar Access Points und Switches ohne eigene Infrastruktur betreiben wollen und mit einer reinen Hersteller-Cloud einverstanden sind. Wer mehr Einfluss darauf haben will, wo Verwaltung und Konfiguration liegen, stößt hier an Grenzen.
Omada bietet ein breites Spektrum – von der kostenlosen Cloud über den lokalen Hardware-Controller bis zum selbst betriebenen Software-Controller. Wer die Lizenzmodelle der Cloud-Varianten genau vergleicht, findet für viele Szenarien eine passende Stufe.
UniFi trennt am konsequentesten zwischen Control Plane und Fernzugriff: Die Steuerung läuft dort, wo du sie haben willst, die Multi-Site-Verwaltung über den Site Manager kostet keine Lizenz. Dazu kommen weitere Anwendungen für Kameras, Zutritt und Telefonie auf derselben Plattform. Den Preis dafür zahlst du bei der Frage, wer die Control Plane betreibt: Cloud Gateway oder CloudKey sind Hardware vor Ort, ein selbst gehosteter Server will gepflegt werden. Was das im Detail bedeutet, haben wir in den Ratgebern Cloud Key vs. gehosteter Cloud Controller und Kosten von self-hosted UniFi beschrieben.
Fazit
Die drei Plattformen unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Kontrolle du über die Verwaltung behältst. Instant On setzt komplett auf die HPE-Cloud, Omada bietet lokale und Cloud-Varianten mit gestaffelten Lizenzen, UniFi hält die Steuerung lokal oder auf einer Plattform deiner Wahl und liefert die Fernverwaltung lizenzfrei dazu. Wenn du dich für UniFi entscheidest, aber keine Konsole im Büro und keinen eigenen Server pflegen willst, ist ein gehosteter Controller der Mittelweg: Bei clevendo läuft dein UniFi Controller in der Cloud in einem deutschen Rechenzentrum, gewartet und gesichert.
Häufige Fragen
Kann ich UniFi- und Omada-Geräte mit demselben Controller verwalten?
Nein. UniFi Network verwaltet UniFi-Geräte, die Omada-Controller verwalten Omada-Geräte. Wer beide Systeme parallel einsetzt, braucht zwei Verwaltungsplattformen. Bei einem Wechsel des Herstellers musst du die Konfiguration neu aufbauen.
Kostet die Fernverwaltung bei UniFi etwas?
Nein. Ubiquiti bezeichnet den UniFi Site Manager ausdrücklich als lizenzfrei. Kosten entstehen nur für die Control Plane selbst – also Hardware wie Cloud Gateway oder CloudKey, einen eigenen Server oder ein Hosting-Abo.
Ist Omada kostenlos?
Teilweise. Der Omada Software Controller und Omada Central Essentials sind laut TP-Link kostenlos. Die Standard-Version von Omada Central schaltet erweiterte Funktionen über kostenpflichtige Lizenzen frei. Hardware-Controller wie OC200 und OC300 kaufst du einmalig.
Braucht Instant On ein Abo?
Laut HPE nicht. Die Verwaltung per App oder Cloud-Portal ist im Hardwarepreis enthalten, zusätzliche Lizenz- oder Abogebühren fallen nicht an.
Was passiert bei UniFi, wenn der Controller ausfällt?
Laut Ubiquiti laufen die Geräte mit ihrer letzten Konfiguration weiter, wenn ein selbst gehosteter UniFi OS Server offline geht. Du kannst sie in dieser Zeit aber nicht verwalten. Deshalb empfiehlt Ubiquiti für Fälle, in denen der Server nicht dauerhaft laufen kann, einen CloudKey oder Official UniFi Hosting – oder du nutzt einen gehosteten Controller.